Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
Schultz, Stuttgart - Anlagensee

„Anlagensee – Stuttgart“

Öl auf Leinwand – 44 x 65 cm
Signiert unten links

Schultz, Ischia - Strasse, 1966

„Ischia – Straße“ (1966)

Öl auf Leinwand – 34,5 x 45,5 cm
Signiert unten links

Schultz, Blumen und Kirschen

„Blumen und Kirschen“ (1947)

Öl auf Hartfaser – 64,5 x 50 cm
Signiert oben rechts

Schultz, Mares

Hamburg 1920 – 2013 in Stuttgart

Mares Schultz war die „Grande Dame“ des Vereins Bildender Künstlerinnen Württembergs: Sechs Jahrzehnte ihres bewegten Lebens bewohnte und beseelte sie das Atelierhaus in der Eugenstraße und war als engagiertes Mitglied im Vorstand des Vereins aktiv und immer für alle präsent.

 Die Bilder von Mares Schultz leben aus der ihr wesenseigenen Spontaneität, ihrem ungetrübten Blick für das Malerische, Stimmungshafte und einer ganz natürlichen Begabung für Komposition. Sie hat keine Mühe, die Formen zu vereinfachen und in dieser Ver­einfachung jenen überzeugenden Eindruck von Lebendigkeit zu übermitteln, der ihren Bildern die unverwech­selbar-individuelle Handschrift gibt. Sie selbst sagte über ihre Malerei: „Anlass ist meistens ein Seherlebnis… Meine Weltbühne ist der Mensch in seiner Stadt, im Vorübergehen und wie er agiert – auch sind es Horizonte, Plätze, Architekturen, dann das Licht, wie Hitze die Farben frisst und wie sie leuchten und atmen am Abend zur blauen Stunde. Schließlich wie das alles ins Bild, in die Fläche zu setzen ist. Das Gerüst der Zeichnung, die Ausdehnung der Farben zu Flecken, die Wahl des Materials… Die völlige Leere der Fläche interessiert mich nicht mehr. Nicht die totale Abstraktion, wohl aber der Weg dorthin…“

 Wenn Mares Schultz Landschaften oder Stadtbil­der darstellt, sind sie fast immer mit Menschen ver­bunden. Meist sind diese nur klein dargestellt, aber in ihrer Agilität, ihrem Spielen oder Hasten, ihrem Betrachten oder Lauschen werden sie belebendes, spannungs­bezogenes Element.

Den Landschaftsbil­dern stehen ebenbürtig in ihrem Werk die Portraits und Stilleben gegenüber. Noch stärker als in der Land­schaft kommt hier das Prinzip der Vereinfachung und Reduktion auf das Wesentliche zum Tragen.

 Mares Schultz hat einst bei Prof. Carl Kaspar in München gelernt. Dies ist in ihrem trockenen Farbauftrag, in manchen Kompositionen heute noch nachvollzieh­bar. Ihre Bilder werden bestimmt vom Weiß und von Grautönen, denen sich die anderen Farben fügen oder entge­gensetzen müssen. Die Auseinandersetzung mit Marquet, aber auch mit den anderen Fauves wird hier spürbar.

 Indes, kein Bild von Mares Schultz ist wie das andere. Weitgereist und unternehmenslustig, wie sie in die Welt gegangen ist, u. a. bis nach Südamerika, so ist man in ihrem Werk mit einer lebendigen und rei­chen Bilderwelt konfrontiert, die keine Langeweile aufkommen läßt.