Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
Gustave Loiseau, L'Avant-port de Fécamp, 1910

GUSTAVE LOISEAU
Paris 1865 - 1935 Paris

"L' Avant-port de Fécamp"  (1910)

Öl auf Leinwand - 46,5 x 62 cm
Signiert und datiert unten links
Wird in das Wvz. Loiseau aufgenommen

Loiseau, Gustave

Paris 1865 – 1935 Paris

Gustave Loiseaus Vater hatte ein kleines Geschäft in Paris, und sein Sohn sollte die Nachfolge in der Geschäftsleitung antreten. Aber der Sohn fühlte sich zur Malerei hingezogen und nach vielen Diskussionen durfte er bei einem Dekorationsmaler in die Lehre gehen, damit wenigstens ein Verdienst gesichert war. Als ihm jedoch eine kleine Erbschaft zufiel, verzichtete er auf einen »gesicherten«  Beruf und mietete sich ein Atelier am Montmartre.

Ein Jahr lang besuchte er die École des Beaux-Arts, die er dann voll Ärger verließ, da er sich mit den Professoren zerstritten hatte. Danach versuchte er nochmals sein Glück bei dem Landschaftsmaler Quignon, wurde aber auch hier durch dessen penible Art enttäuscht. So verließ er sich auf seinen Instinkt und schlug sich auf eigene Faust durch.

Beeinflußt durch die Freilichtmalerei Maufras, den er inzwischen kennengelernt hatte und der ebenfalls am Montmartre logierte, machte Loiseau nun Studien nach der Natur. Im Mai 1890 reisten die beiden zusammen nach Pont-Aven, wo Gauguin seine Malschule unterhielt; der Meister von Pont-Aven und Loiseau verstanden sich von Anfang an gut und 1894 schlossen die beiden regelrecht Freundschaft, wobei Gauguin Loiseau eines seiner Bilder schenkte. Malerisch hatte diese Freundschaft jedoch kaum Auswirkungen; Loiseau blieb immer der impressionistischen Anschauungsweise treu und entwickelte in ihr eine Variante besonderer Zartheit. Von Natur aus schüchtern und zurückhaltend, malte er auch neben einer solch einflußreichen Gruppe wie der Gauguins seinen eigenen Stil und seine eigenen Motive mit der Vorliebe für Nebel, Schnee, Regen und stimmungsvolle Dunststimmungen. Seine Bilder sind oft nur mit wenigen Farben aufgebaut; besonders die hellen Blautöne dominieren. Neben den Landschaften malte er auch Stilleben, die ihn um das Jahr 1922 zu interessieren begannen.