Kunsthaus Bühler Art Stuttgart

„Junge Frau, sitzend“ um 1900

 Öl auf Leinwand

 – 65 x 81 cm
Signiert unten rechts

„Früchtestilleben mit weißer Vase“ um 1917

 Öl auf Leinwand 

– 60 x 51 cm
Signiert unten links

„Das Haus der Künstlerin in Ablon“ 1928/30

 Öl auf Leinwand 

– 61 x 50,5 cm
Signiert unten rechts

Charmy, Bildnis einer jungen Frau, 1949

EMILIE CHARMY
St. Etienne 1878 - 1974 Paris

"Bildnis einer jungen Frau" (1949)
Öl auf Leinwand - 72 x 60 cm
Signiert unten links

Charmy, Emilie

St. Etienne 1978 – 1974 Paris

Französische Porträt-, Stilleben- und Land­schaftsmalerin.

Eine außergewöhnliche Malerinnenpersönlich­keit war Emilie Charmy. Sie studierte bei dem Lyoner Maler Jacques Martin, schwankte zunächst, ob sie nicht lieber Sängerin werden sollte, entschloß sich jedoch dann auf Drängen ihres Bruders zur Malerei. Ihre frühen Bilder zeigen die impressioni­stische Schulung, doch spürt man in ihnen bereits den Mut zur Farbe und zum großangelegten, freien Pinselstrich.

Als Charmy 1902 nach Paris kam, fand sie bald Kontakt zu Camoin, Matisse und Marquet, die sie sehr schätzten, mit denen sie auch Kontakt hielt, sich indes der Gruppe der Fauves später nicht anschloß.

1906 fuhr Charmy über Südfrankreich nach Korsika. In dieser Zeit vollzog sie den Durchbruch in eine starke Expression und malte die südliche Landschaft mit vehementem Pinselstrich; ebenso entstanden frappierende Akte und Portraits, mit einer Leidenschaftlichkeit vorgetragen und mit einer Freiheit des Pinselstrichs, wie nur ein unab­hängiger Geist in der damaligen Zeit dies wagen konnte.

1910 heiratete Charmy den Maler George Bouche, eine eigenwillige, introvertierte Persön­lichkeit, dessen Malerei abseits der französischen Strömungen lag und nur von wenigen Liebhabern verstanden wurde.

Charmy unterhielt auch gute Kontakte zu fran­zösischen Literaten der Zeit: Henri Beraud, Louis Leon Martin, Roland Dorgelès und MacOrlan. Eine tiefe Freundschaft verband sie mit der Colette, zu deren Auffassung des Frauenbildes Charmy eine enge Geistesverwandtschaft fühlte.

1917 befreundete sie sich mit dem holländischen Maler Kees van Dongen, und auch die Bekannt­schaft mit Georges Rouault war für sie von Bedeutung. Neben der Landschaft pflegte Charmy hauptsächlich das Stilleben und das Portrait. Gerade in den Portraits kommt ihre eigenwillige Auffassung und besondere Begabung besonders deutlich zum Ausdruck; sie portraitierte bekannte Persönlichkeiten, u. a. Henri Matisse, Georges Rouault, Charles Camoin, Aristide Briand, Edouard Daladier und Louise Weiss. Ihr ganzes Leben lang malte sie auch Selbstportraits, die in ihrer Vielschichtigkeit uns jedesmal einen neuen Aspekt ihrer interessanten Persönlichkeit eröffnen.