Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
Daubigny, Kühe am Ufer der Oise

CHARLES FRANÇOIS DAUBIGNY
Paris 1817 - 1878 Paris
"Kühe am Ufer der Oise"
Öl auf Holz - 22 x 35,5 cm
Signiert unten rechts
Bestätigung R. Hellebranth 1982
Wvz. Hellebranth Suppl. Nr. 64f.

Daubigny nahm bei seinem Vater ersten Unterricht und trat darauf in ein Restaurieratelier ein, wo er sich nebenher auch an eigenen Gemälden versuchte. Um 1840, als die Maler von Barbizon schon auf sich aufmerksam gemacht hatten, arbeitete er noch im Atelier des Historienmalers Paul Delaroche. Drei Jahre darauf kam der Gesinnungswechsel und er ging nach Barbizon; das erste Bild aus dem Wald von Fontainebleau stellte er 1844 aus.

Daubigny war auch der erste, der große Bilder im Freien ausführte. Auf der Suche nach Atmo­sphäre und Licht unternahm er kleinere Reisen, was sich auf die Dauer als wenig praktikabel er­wies, da er bei der Suche nach Motiven oft Probleme hatte, an geeignete Stellen heranzukommen und schnell den Ort zu wechseln. Schließlich kaufte er sich zur Lösung seiner Probleme ein Flußboot, mit dem er fortan die Oise entlangfuhr. So hatte er Gelegenheit, zu jeder Tageszeit zu malen und die sich ständig wandelnden Beleuchtungen zu beobachten. So entstanden zauberhafte, delikate Schilderungen der französischen Flußlandschaft. 

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Um Ruhe zu haben, baute er sich ein Haus in Auvers, wohin er sich ab 1861 ganz zurückzog. Hier in der Abgeschlossenheit entwickelte er eine kraft- und temperamentvolle Technik, welche sich von seinem früheren, eher glatten Stil deutlich unterscheidet: die Bilder scheinen rascher, impulsiver gemalt, der Pinselstrich mitunter von hinreißender Kühnheit, die Komposition gestrafft und die Lichtkontraste intensiviert. 

1870 ging Daubigny nach London, wo er mit Monet zusammentraf. Mit ihm teilte er dieselben Motive, es reizte ihn das Festhalten flüchtiger Eindrücke. Monet war sehr von Daubignys Methode des Malens vom Boot aus beeindruckt und Daubigny gilt heute als ein wichtiger Vorläufer der Impressionisten.