Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
CHRISTIAN MALI Am Bache – Schwäbische Dorfpartie

„Am Bache – Schwäbische Dorfpartie“ 1881

Öl auf Leinwand – 58 x 115 cm
Signiert, datiert und bez. ‚München‘ unten links
Wvz. Bühler Nr. 234

Rast vor dem Gasthaus mit Tafernwirtschaft im Winter

„Rast vor dem Gasthaus mit Tafernwirtschaft im Winter“  1871

Öl auf Leinwand – 104 x 138 cm
Signiert, datiert und bezeichnet unten rechts

Mali, Christian

Broekhuizen 1832 –  1906 München

Christian Mali entstammte einer wohlsituierten, künstlerisch engagierten Familie. Sein Vater, Peter Hendricus Mali, Maler in Brokhuizen bei Utrecht, hatte eine Schwäbin aus Weilheim geheiratet. Von 10 Geschwistern waren die Brüder Hubert und Jan ebenfalls Maler, ebenso wie der zukünftige Schwager Pieter Francis Peters, ein holländischer Landschaftsmaler.

Nach dem Tod des Vaters 1833 zog die Familie 1835 nach Stuttgart. Als auch die Mutter 10 Jahre später starb, übernahm der Schwager Peters die Verantwortung für den jungen Christian Mali, machte ihn mit den Grundlagen der Malerei vertraut und führte ihn in die große Tradition der holländischen Landschaftsmalerei ein – nebenbei absolvierte Mali ab etwa 1857 eine Lehre als Holzstecher.

Schon als gut ausgebildeter Maler folgte er 1957 seinem Bruder Jan nach München und befasste sich vorwiegend mit Landschaftsmalerei. Hier lernte er auch den Tiermaler Anton Braith kennen, mit dem er sich eng befreundete und mit dem er später (1866) ein großes Atelierhaus – die „Schwabenburg“ – bezog, in der die beiden auch anderen schwäbischen Malern wie Ebert und Kappis Unterkunft und im Atelier beste Arbeitsbedingungen boten.

1863/64 unternahm Mali zwei Italienreisen, auf denen weitere romantische Landschaften entstanden. Einschneidend für die Entwicklung seiner Malerei wurde eine Reise nach Paris 1867; unter dem Eindruck der Landschaftsmaler von Barbizon, v. a. Constant Troyons, wandelte sich Malis romantische Auffassung zugunsten einer lockeren Malweise, wobei Tiermotive gegenüber der reinen Landschaft größere Bedeutung gewinnen und schließlich – wegen ihrer großen Beliebtheit beim Publikum – bis zuletzt fast zum alleinigen Thema von Malis Malerei wurden.