Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
CARL EBERT Feierabend

„Feierabend“

Öl auf Leinwand – 87,5 x 77,5 cm
Signiert unten links

„Heimtrieb“

„Heimtrieb“

Öl auf Holz, parkettiert – 42,6 x 77,4 cm
Signiert unten links

Sommer am Waldbach

„Sommer am Waldbach“ (1865)

Öl auf Leinwand – 76 x 63 cm
Signiert unten links
Wvz. Bühler Nr. 54

Ebert, Carl

Stuttgart 1821 – 1885 München

Carl Ebert, 1821 in Stuttgart geboren, besuchte zunächst die Stuttgarter Kunstschule bei den Professoren Dieterich und Steinkopf. In dieser Zeit schuf er hauptsächlich Bilder religiösen Inhalts; den Landschaften Steinkopfs mit ihrer klassizistisch-kühlen Auffassung konnte Ebert wenig abgewinnen.

Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ging er 1846 nach München. Dort schloß er sich Eduard Schleich d.Ä. an, unterhielt Kontakte zu den in Polling und Elberfing ansässigen Künstlerkolonien und begann sich auch für die alten holländischen Alten Meister in der Münchner Pinakothek zu interessieren.

Ein entscheidendes Erlebnis wurde für ihn die Begegnung mit der neuen französischen Landschaftsmalerei der Schule von Barbizon. Bereits 1851 hatte ein Gruppe von Münchner Malern (Spitzweg, Schleich, Langko, Teichlein und Morgenstern) die Weltausstellung in Paris besucht; 1863 gelang es ihnen, in München diese neue Malerei im Rahmen einer „internationalen Kunstausstellung“ dem Publikum vorzustellen und spätestens dann muß Ebert einer größeren Zahl von Werken der Maler von Barbizon begegnet sein, wobei man bei manchen früheren Arbeiten auch schon eine gewisse stille Verehrung zu verspüren meint. Nun aber schlugen sich die Eindrücke dieser „neuen Landschaft“ unmittelbar in seinen Bildern nieder: Es entstanden die berühmten Walddurchblicke mit badenden Knaben oder rastenden Herden im Walde, welche im Aufbau und den kontrastreichen Lichteffekten stark an die Gemälde von Narcisse Diaz erinnern.

Mehrere Reisen nach Italien blieben dagegen für Ebert ohne nachhaltigen Eindruck, dagegen fand er durch seine Reisen nach Holland 1866 und 1870 und den Besuch der Pariser Weltausstellung 1867 eine weitere Bestätigung seiner koloristischen Interessen.

Die Bedeutung Eberts für die Entwicklung der Malerei in Deutschland liegt in seiner lockeren Malweise und seinem Interesse für Lichteffekte. Es ist zum erheblichen Teil sein Verdienst, daß die neuen Erkenntnisse der Maler von Barbizon in Deutschland Eingang fanden.