Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
AUGUST RIEDEL Italienerinnen im Park

„Italienerinnen im Park“ (1840)

Öl auf Leinwand – 106 x 86,5 cm
Signiert, datiert und bezeichnet ‚Rom‘ unten rechts

Riedel, August

Bayreuth 1799 – 1883 Rom

Acht Jahre lang studierte Riedel an der Münchner Akademie unter dem Historienmaler Peter von Langer, bis ihm die Münchner Welt zu eng wurde. 1823 unternahm er zusammen mit dem befreundeten Maler Paul Emil Jacobs seine erste Italienreise, auf der ihn das südliche Licht und Leben auf Anhieb gefangennahmen. Es konnte nicht ausbleiben, daß er dort auch in Kontakt mit den etablierten deutschen Romantikern (den sog. „Nazarenern“) um Friedrich Overbeck, Wilhelm v. Schadow und Peter Cornelius geriet, die dort ihre Sehnsucht nach einer Erneuerung der religiösen Kunst des Mittelalters nachgingen und das Schaffen Riedels nachhaltig prägen sollten.

Zurück in München überwarf sich Riedel mit Cornelius, der dort 1824 Akademiedirektor geworden war und ging nach Dresden, wo vor allem die Werke Correggios und Raffaels studierte. 1828/29 folgte ein weiterer Romaufenthalt. Danach kehrte er wieder nach München zurück, wo er es aber nicht mehr lange aushielt: seiner Sehnsucht nach Italien nachgebend, beschloß Riedel, Rom zu seinem ständigen Wohnsitz zu machen. Das römische Volk bot ihm seine Modelle, die Sonne Italiens die Beleuchtung. Riedel stellte in seinen Genreszenen gerne italienische Volksmotive dar, bei denen er als einer der ersten einen leuchtenden Kolorismus einführte, dessen Wirkung oft durch den Einsatz verschiedener Lichtquellen in einem Bild noch gesteigert wird.

Unser Bild der „Italienerinnen im Park“ besticht durch seine vornehme Eleganz. Mit der Thematik der zwei Frauen mit Kindern im Park entwickelt es ein romantisches Ideal weiblicher Schönheit und Mütterlichkeit. Die Figurengruppe – im Kon­trast gegen den Hintergrund gezeigt – scheint dennoch mit diesem zu verschmelzen. Das Licht umschmeichelt die Gestalten und spielt mit den Details: dem Seidenglanz der Haare, dem zarten Inkarnat, dem Schmuck und den harmonischen, prachtvoll strahlenden Farben der Kleider.