Kunsthaus Bühler Art Stuttgart
FRITZ VON GRAEVENITZ Äsendes Reh

„Äsendes Reh“ (1930)

Bronze – 74 x 55 cm

Höhe der Plinthe: 2,5 cm

Auflage: 25 Exemplare

Monogrammiert in der Plinthe

FRITZ VON GRAEVENITZ Aufsteigendes Pferd

„Aufsteigendes Pferd“ (1958)

Bronze – 28 x 27,5 x 11,2 cm

Modell für die Großplastik am Kirchheimer Pferdemarkt

Graevenitz, Fritz von

Stuttgart 1892 – 1959 Stuttgart

Fritz von Graevenitz war nicht nur Bildhauer, sondern auch Maler, Graphiker und Schriftsteller. Er entstammte einer alten Offiziersfamilie und war selbst bis zum Kriegsende 1918 aktiver Offizier. Eine Verwundung über dem rechten Auge führte dazu, dass er aus der Armee ausscheiden konnte, um sich seinen eigentlichen künstlerischen Intentionen zuzuwenden. 1919/20 war er an der Stuttgarter Akademie und Kunstgewerbeschule; die für ihn richtungsweisenden Impulse erhielt er jedoch von dem Starnberger Bildhauer Gustaf Britsch. Dieser öffnete ihm die Augen für die Form, die man als Künstler losgelöst von den akademischen Konventionen zu erkennen habe – erst ein ‚inneres Sehen‘, d.h. das Erkennen und darüber hinaus das Darstellen über eine rein naturalistische Wiedergabe hinaus, ermögliche den wahren Ausdruck künstlerischen Schaffens. 1921 ließ sich Graevenitz auf der Solitude bei Stuttgart nieder, wo sein Atelier heute noch als kleines Museum der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Fritz von Graevenitz schuf zahlreiche Brunnen, Denkmäler und Kleinplastiken. Sein erster großer Erfolg war 1930 das „Äsende Reh“, woran er 1931/33 mit den Symbolen der vier Evangelisten in Stein am Turm der Tübinger Stiftskirche anschließen konnte. 1938/39 wurde er Direktor der Stuttgarter Akademie und leitete diese Institution durch die schwierige Zeit bis 1945. Lebenslang hatte Fritz von Graevenitz mit den Folgen seiner Kriegsverletzung zu kämpfen. In der Zeit als Direktor der Stuttgarter Akademie litt er zusehends unter den Restriktionen der Politik, was ihm zeitweilig das räumliche Sehen fast unmöglich machte. Infolgedessen setzte er 1940 für ein Jahr gänzlich mit dem bildhauerischen Arbeiten aus und wandte sich der Malerei und dem Aquarellieren zu. Ab 1946 war Graevenitz freischaffend in Stuttgart tätig. Thematisch widmete er sich neben den Tierplastiken vor allem der Darstellung von Kindern, Jünglingen und Frauen, er schuf Engel für Kirchen sowie Trauernde für Mahn- und Grabmale. Auch seine Porträtarbeiten bekannter Persönlichkeiten wie Robert Bosch und Paul Bonatz sind beachtenswert.